Prostatitis ist eine entzündliche Erkrankung der Prostata. Es kann infektiöser oder nicht infektiöser Natur sein. Unabhängig von der Form der Erkrankung ist eine komplexe Behandlung der Prostatitis erforderlich, einschließlich pharmakologischer und nichtmedikamentöser Therapie.
Arten von Prostatitis und Behandlung
Aufgrund der Entwicklung wird zwischen infektiöser und nichtinfektiöser Prostatitis unterschieden.
Die Infektionskrankheit wird durch die Aktivität von Krankheitserregern verursacht, die eine Entzündung der Prostata verursachen. Je nach Art des Erregers unterscheidet man bakterielle oder pilzliche Entzündungen. Die Krankheit kann sowohl durch die Aktivität opportunistischer Mikroorganismen, die immer im menschlichen Körper vorhanden sind, als auch durch sexuell übertragbare Infektionen, beispielsweise Chlamydien oder Trichomonaden, ausgelöst werden.
Die Krankheit entwickelt sich vor dem Hintergrund einer verminderten Immunität. In den meisten Fällen wird diese Art von Prostatitis durch opportunistische Mikroorganismen verursacht, beispielsweise Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus. Ein gesunder Körper ist in der Lage, die Infektion zu unterdrücken, aber vor dem Hintergrund einer verminderten Immunität entwickelt sich eine Entzündung.
Eine nichtinfektiöse Prostatitis ist eine Folge einer sitzenden Lebensweise. Seine Entstehung wird durch eine Verstopfung der Beckenorgane verursacht: verminderte Durchblutung, Lymphfluss oder Stagnation der Prostatasekrete. Faktoren, die die Entwicklung dieser Form der Entzündung auslösen:
- Unterkühlung;
- verminderte Immunität;
- körperliche Inaktivität;
- Fettleibigkeit;
- unregelmäßiges Sexualleben.
Man geht davon aus, dass kongestive Prostatitis eine Erkrankung von Büroangestellten ist. Die Krankheit entwickelt sich vor dem Hintergrund körperlicher Inaktivität, wodurch der Stoffwechsel abnimmt und der Trophismus der Prostata gestört wird.

Das Sexualleben eines Mannes spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer kongestiven Prostatitis. Mangelnde sexuelle Aktivität führt zu einer Abnahme des Tonus der Prostata und einer Stagnation der Sekrete. Dies führt zu einer Schwellung des Organs und zur Entstehung einer Entzündung. Gleichzeitig führt übermäßige sexuelle Aktivität (mehr als 2-3 sexuelle Handlungen pro Tag) zur Erschöpfung des Organs und kann sogar zur Entstehung der Krankheit führen.
Je nach Verlauf wird die Prostatitis in akute und chronische unterteilt. Die akute Form ist durch eine Verschlimmerung spezifischer Symptome gekennzeichnet, darunter:
- häufiger Harndrang;
- Schmerzen und Brennen in der Harnröhre;
- Blasenkrämpfe;
- Schmerzen im Perineum;
- erektile Dysfunktion.
Der Harndrang geht mit starken Schmerzen in der Harnröhre einher, die durch die Kompression der Harnröhre durch die vergrößerte Prostata verursacht werden.
Akute Prostatitis kann durch rechtzeitige Gabe einer adäquaten medikamentösen Therapie erfolgreich behandelt werden. Ohne angemessene Behandlung wird es chronisch. Diese Krankheit geht mit einer Schwächung der Sexualfunktion bei Männern und verschiedenen Störungen des Harnsystems einher.
Chronische Prostatitis kann ansteckend oder nicht ansteckend sein. In beiden Fällen ist es durch periodische Schübe gekennzeichnet, bei denen die Symptome akut werden. Verschlimmerungen der Krankheit sind hauptsächlich mit einer verminderten Immunität verbunden.
Ein integrierter Behandlungsansatz
Vor Beginn der Behandlung muss sich der Patient allen Tests unterziehen, die darauf abzielen, die Art des Entzündungsprozesses und die Art des Erregers zu identifizieren. Dazu wird eine Analyse der Sekretion der Prostata durchgeführt, ein Ultraschall und eine MRT des Organs durchgeführt.
Die umfassende Behandlung von Prostatitis umfasst:
- medikamentöse Therapie;
- die Immunität erhöhen;
- physiotherapeutische Methoden;
- Diättherapie;
- Änderung des Lebensstils.
Die medikamentöse Therapie richtet sich nach der Form der Erkrankung. Bei infektiösen Entzündungen sind antibakterielle Medikamente die Hauptbehandlungslinie. Ihre Auswahl erfolgt auf Grundlage der Ergebnisse der Prostataanalyse.
Bei einer nichtinfektiösen Prostatitis in der akuten Phase werden zur symptomatischen Behandlung entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Der Hauptteil der Therapie erfolgt mit Medikamenten, die die Funktionalität des Organs normalisieren.
Die komplexe Behandlung von Prostatitis umfasst zwangsläufig die Einnahme von Medikamenten zur Verbesserung der Immunität. Dies können lokale Wirkstoffe (rektale Zäpfchen) oder Immunmodulatoren in Tablettenform sein. Die Auswahl der Medikamente obliegt ausschließlich einem Arzt.

Bei bakterieller Prostatitis besteht die Grundlage der Behandlung in der Bekämpfung von Infektionen; Bei stagnierender Prostatitis soll die Funktionalität der Drüse verbessert werden.
Antibakterielle Therapie
Eine umfassende Behandlung der Prostatitis beginnt mit Medikamenten, die die Symptome lindern, die Funktion der Prostata normalisieren und das Wohlbefinden verbessern. Bei infektiöser Prostatitis sind Antibiotika die Grundlage der Therapie.
Zur Behandlung kommen folgende Medikamentengruppen zum Einsatz:
- Penicilline;
- Tetracycline;
- Makrolide;
- Fluorchinolone.
Penicilline und Tetracycline werden in der urologischen Praxis aufgrund der geringen Wirksamkeit der Behandlung und der Vielzahl an Nebenwirkungen eher selten eingesetzt. Pathogene Mikroorganismen, die den Entzündungsprozess auslösen, entwickeln schnell eine Resistenz gegen die Wirkung von Arzneimitteln dieser Gruppe, was sich negativ auf die therapeutische Wirkung von Arzneimitteln auswirkt.
Ein recht gutes Ergebnis wird jedoch durch die Einnahme kombinierter Medikamente erzielt.
In den meisten Fällen werden Makrolid-Medikamente verschrieben. Ihre Vorteile liegen in einem breiten Wirkungsspektrum, einer guten Verträglichkeit durch Organismen und einer hohen Bioverfügbarkeit, wodurch die Bestandteile des Arzneimittels in das Prostatagewebe eindringen.
In letzter Zeit bevorzugen Ärzte zunehmend Medikamente aus der Gruppe der Fluorchinolone. Hierbei handelt es sich um antimikrobielle Breitbandmedikamente, die gegenüber herkömmlichen Antibiotika zahlreiche Vorteile haben.
Da es sich bei Fluorchinolonen im Gegensatz zu Antibiotika um vollständig synthetische Arzneimittel ohne natürliche Analoga handelt, ist die Behandlung mit diesen Arzneimitteln aufgrund der fehlenden Resistenzentwicklung der Krankheitserreger wirksamer.
Fluorchinolone dringen schnell in das Prostatagewebe ein, werden vom Körper gut vertragen und verursachen selten Nebenwirkungen. Sehr oft verschreiben Ärzte Medikamente, die Levofloxacin enthalten. Die Therapie dauert mindestens 28 Tage, das Arzneimittel wird in 1-2 Tabletten eingenommen. Die genaue Dosierung und das Dosierungsschema werden vom Arzt individuell ausgewählt. In einigen Fällen kann eine intramuskuläre Verabreichung des Arzneimittels verordnet werden, wodurch sich die Behandlungsdauer verkürzt.

Entzündungshemmende Medikamente
Zur komplexen Behandlung chronischer Prostatitis nichtinfektiöser Natur werden entzündungshemmende Medikamente eingesetzt.
Solche Medikamente wirken symptomatisch, lindern Schmerzen und stoppen den Entzündungsprozess. Es wird empfohlen, entzündungshemmende Medikamente in Zäpfchen zu verschreiben: Durch diese Form der Freisetzung gelangt der Wirkstoff direkt in das Prostatagewebe.
Bei infektiösen Entzündungen werden entzündungshemmende Medikamente in kurzen Dosierungen verschrieben, um die Symptome zu lindern. Bei nichtinfektiöser Prostatitis sind sie jedoch die Hauptbehandlungslinie, da bei dieser Form der Krankheit keine Antibiotika eingesetzt werden.
Zur Behandlung einer kongestiven Prostatitis werden häufig bioaktive Medikamente eingesetzt, um die Prostatafunktion zu normalisieren.
In der Regel handelt es sich dabei um Präparate auf Basis von Extrakten der Prostata junger Bullen. Das Medikament verbessert den Prostatatrophismus, lindert Entzündungen und reduziert Schwellungen. Bei nichtinfektiöser Prostatitis wird es langfristig zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt. Bei einer bakteriellen Entzündung der Prostata ist dieses Medikament indiziert, um die Funktion des Organs nach einer Antibiotikatherapie wiederherzustellen.
Bei kongestiver Prostatitis werden häufig Zäpfchen mit Propolis und Bienenprodukten, Ichthyol oder Kürbisöl verschrieben. Solche Medikamente zielen darauf ab, den Trophismus der Prostata zu normalisieren, wirken entzündungshemmend und erhöhen die lokale Immunität.
Medikamente zur Verbesserung der Immunität
Bei der komplexen Behandlung einer Prostatitis wird die Prostata verschiedenen Medikamenten ausgesetzt. Um eine erneute Entwicklung der Krankheit nach einer Behandlung zu vermeiden, sind eine Reihe von Maßnahmen zur Stärkung der Immunität angezeigt.
Hierzu wird vorgeschrieben:
- Präparate mit Zink;
- Tabletten mit Echinacea-Extrakt;
- Vitaminkomplex;
- Vitamin E.
Für die normale Funktion der Prostata sind Zink, Selen und Vitamin E notwendig. Urologen verschreiben häufig bioaktive Nahrungsergänzungsmittel, die reich an diesen Substanzen sind.
Empfehlenswert ist auch die Teilnahme an einem speziell auf Männer abgestimmten Vitaminkur. Solche Medikamente enthalten einen Substanzkomplex, der darauf abzielt, die Funktion des Urogenitalsystems zu normalisieren.
Um das Risiko von Exazerbationen und Erholung nach einer antibakteriellen Therapie zu verringern, werden Injektionen von Echinacea-Extrakt verschrieben, aber dieses Medikament ist in Form von Tabletten nicht weniger wirksam.
Bei chronischer Prostatitis ist die Einnahme eines Vitaminkomplexes zweimal im Jahr notwendig, um das Risiko eines Schubes zu verringern.
Physiotherapie und Massagen
Bei chronischer Prostatitis wird Physiotherapie verordnet, um Stauungen zu beseitigen. In der Regel werden Akupunktur, aktuelle und magnetische Beeinflussungsmethoden sowie Darson-Assessment eingesetzt. Bei bakteriellen Entzündungen werden solche Methoden nicht eingesetzt, da sie die Ausbreitung von Krankheitserregern im gesamten Körper über die Blutbahn provozieren können.
Wenn der Prostatatrophismus beeinträchtigt ist, ist eine Rektalmassage angezeigt. Solche Eingriffe werden von einem qualifizierten Spezialisten durchgeführt: einem Urologen oder einem Proktologen. Der Massagekurs variiert zwischen 10 und 15 Prozeduren.
Physiotherapie regt die Durchblutung der Beckenorgane an, beseitigt Lymphstauungen und normalisiert den Abfluss von Prostatasekret. Eine Reihe von Eingriffen ermöglicht die Wiederherstellung der normalen Funktion des Organs und wirkt sich positiv auf die Potenz aus.
Chirurgische Behandlung
Eine chirurgische Behandlung der Prostatitis wird nur bei Komplikationen durchgeführt.
Bei einer infektiösen Prostatitis ist die Bildung eines Prostataabszesses möglich. Dies erfordert eine sofortige Krankenhauseinweisung des Patienten und eine Manipulation, bei der der Abszess geöffnet und sein Inhalt entfernt wird.
Bei chronischer Prostatitis ist eine Verengung der Harnröhre möglich, die zu einem akuten Harnverhalt führt. In diesem Fall wird eine Operation durchgeführt und ein Katheter zur Urinentfernung installiert. Darüber hinaus kann es bei schwereren Krankheitsverläufen zu einer Fibrose kommen, wodurch Narben im Prostatagewebe entstehen. Dabei wird eine Operation durchgeführt, bei der die Verdichtungszonen mittels Laser entfernt werden.

Lebensstil und Ernährung
Eine umfassende Behandlung der Prostatitis umfasst eine Änderung des Lebensstils, eine Normalisierung der Ernährung und das Aufgeben schlechter Gewohnheiten. Die Diät bei Prostataentzündungen ist nicht streng, schließt jedoch Fast Food, Halbfertigprodukte und geräucherte Lebensmittel aus. Auf Alkohol und Rauchen sollte verzichtet werden.
Sie sollten Lebensmittel in Ihre Ernährung aufnehmen, die gut für die Männergesundheit sind:
- Avocado;
- Kürbiskern- und Olivenöl;
- Nüsse und Honig;
- Zitrusfrüchte;
- Kürbiskerne;
- fermentierte Milchprodukte.
Wenn Sie an einer kongestiven Prostatitis leiden, sollten Sie regelmäßig Sport treiben. Körperliche Aktivität sollte darauf abzielen, die Blutzirkulation im Unterkörper zu normalisieren.
Eine wichtige Rolle spielt das Sexualleben des Patienten. Wenn Sie an Prostatitis leiden, müssen Sie regelmäßig, mindestens dreimal pro Woche, Sex haben. Gleichzeitig ist übermäßige sexuelle Aktivität nicht akzeptabel, da sie die Prostata erschöpft.
Andernfalls helfen Ihnen eine angemessene medikamentöse Therapie, die richtige Ernährung und das Aufgeben schlechter Gewohnheiten dabei, die Prostatitis loszuwerden. Nach einer Entzündung wird einem Mann jedoch empfohlen, jährlich einen Urologen aufzusuchen und sich einer umfassenden Untersuchung der Prostata zu unterziehen.






































